Analyse verschiedener Einsatzmöglichkeiten von KI-Tools und -Anwendungen im Unterricht mit Migranten

von Angela Karadog | 7. Juli 2025

Einsatz von KI zur Neugestaltung der Bildung von Migranten

Dieses Arbeitspaket (WP2) untersucht, wie künstliche Intelligenz das Lernen für Migranten revolutionieren kann, indem sie effektivere, inklusivere und anpassungsfähigere Bildungsumgebungen schafft. In Übereinstimmung mit dem DigCompEdu-Kompetenzrahmen untersuchen wir die Rolle der KI in vier Schlüsselbereichen:

Digitale Ressourcen: KI-gestützte Tools für personalisierte, kulturell angepasste Lernmaterialien
Lehren & Lernen: Adaptive Technologien für einen maßgeschneiderten Unterricht
Evaluation: Automatisierte und faire Bewertungsmethoden
Lernerorientierung: Förderung von Selbstständigkeit und digitaler Kompetenz

 

Diese Arbeit hat folgende Ziele:

das Potenzial von KI zur Verbesserung der Bildung von Migranten im Rahmen der vier Säulen von DigCompEdu zu analysieren,
eine praktische Methodik für den Einsatz von KI für Lehrkräfte, NGOs und Unterstützungsgruppen zu entwickeln,
bewährte Verfahren und Instrumente zu identifizieren, die bereits positive Auswirkungen auf das Lernen von Migranten haben.

Durch die Verbindung von Innovation und Inklusion unterstützt diese Initiative das übergeordnete Ziel:

die Bildung von Migranten durch KI-gestützte, lernerzentrierte Ansätze zu verbessern,
Lehrkräfte mit den Fähigkeiten und der Denkweise auszustatten, die für eine effektive Integration von KI erforderlich sind.

Aus der Literatur

Die Literaturübersicht befasst sich mit KI-Anwendungen in der Bildung von Migranten. Sie fasst wissenschaftliche Literatur und Grauliteratur, Fallstudien, politische Rahmenbedingungen sowie technische Dokumentationen zusammen, um ein umfassendes Verständnis dafür zu vermitteln, wie KI die Lernerfahrungen erwachsener Migranten verbessern kann.

Feldforschung

Die Feldforschung lieferte praxisnahe Erkenntnisse über den Einsatz von KI in der Bildung von Migranten. Anhand von Interviews, Umfragen, Beobachtungen und Fokusgruppen untersuchte die Studie, wie Lehrkräfte, Lernende und Organisationen KI-Tools in Lernumgebungen erleben. Diese Ergebnisse fließen in das „AI Cookbook“ ein und liefern praktische Empfehlungen für die Integration von KI in die Erwachsenenbildung.

Methodik der Einbindung

Die Methodik zur Einbindung von KI in die Bildung von Migrantenstellt einen fünfphasigen Ansatz zur Integration von Technologien der künstlichen Intelligenz in Bildungsprogramme zur Unterstützung von Lernenden mit Migrationshintergrund und Flüchtlingen vor. Diese Methodik basiert auf der Erkenntnis, dass Lernende mit Migrationshintergrund vor besonderen Herausforderungen stehen, die spezialisierte, kultursensible und ethisch fundierte pädagogische Maßnahmen erfordern, die durch KI-Technologien ergänzt werden.

Übersicht über bewährte Verfahren und Instrumente

Eine Bestandsaufnahme, in der die bewährten Verfahren und KI-Tools, die derzeit in der Bildung von Migranten zum Einsatz kommen, erfasst und beschrieben werden. Diese Ressource dient als Nachschlagewerk für Lehrkräfte und Organisationen, die KI-Lösungen einführen möchten, und enthält Beispiele für erfolgreiche Implementierungen, Fallstudien sowie Bewertungen der Wirksamkeit verschiedener KI-Anwendungen und ihrer Auswirkungen auf die Lernergebnisse.

Zusammenfassung der Erkenntnisse:

Das Projekt „AI Cookbook“ untersucht, wie künstliche Intelligenz (KI) Lehrkräfte unterstützen kann, die mit Lernenden mit Migrationshintergrund arbeiten, und befasst sich dabei mit dem digitalen Wandel im Bildungswesen. In Anlehnung an den Europäischen Rahmen für die digitale Kompetenz von Lehrkräften (DigCompEdu) konzentriert sich diese Initiative auf vier zentrale pädagogische Bereiche: Digitale Ressourcen, Lehren und Lernen, Evaluation sowie Lernerorientierung.  

Künstliche Intelligenz bietet erhebliches Potenzial zur Verbesserung der Bildung von Migranten durch personalisiertes Lernen, adaptive Inhalte und effiziente Leistungsbewertung. Ihre erfolgreiche Integration hängt jedoch davon ab, dass Herausforderungen wie die Bereitschaft der Lehrkräfte, ethische Bedenken und Ungleichheiten beim Zugang zu digitalen Ressourcen angegangen werden. 

Wie KI die Entwicklung und Bereitstellung von Lernmaterialien für die Bildung von Migranten verbessert

KI revolutioniert die Entwicklung von Lernmaterialien, indem sie die Erstellung adaptiver, kulturell relevanter Materialien ermöglicht, die auf die vielfältigen Bedürfnisse der Lernenden zugeschnitten sind. Tools wie generative KI (z. B. ChatGPT) können:  

- mehrsprachige Texte generieren und komplexe behördliche Informationen (z. B. Visabestimmungen, Zugang zum Gesundheitswesen) vereinfachen  

- Aufgaben je nach Kompetenzniveau personalisieren und so die Zugänglichkeit für Lernende mit unterschiedlichen Lese- und Schreibfähigkeiten gewährleisten  

- Inhalte übersetzen und lokalisieren und so Sprachbarrieren in mehrsprachigen Klassenräumen überbrücken  

Bei der Bereitstellung von Lernmaterialien unterstützt KI:  

- personalisierte Lernpfade, bei denen das Tempo der Inhalte an den individuellen Fortschritt angepasst wird  

- mobil zugängliche Plattformen, die die Kontinuität für Lernende mit unzuverlässigem Internetzugang gewährleisten  

- Chatbots und dialogorientierte KI, die außerhalb der Unterrichtszeiten sofortige Unterstützung bieten  

Zu den Herausforderungen gehören die Gewährleistung der inhaltlichen Genauigkeit, die Minderung algorithmischer Verzerrungen und die Überwindung der digitalen Kluft. Die Aufsicht durch Lehrkräfte bleibt entscheidend, um KI-generierte Materialien zu überprüfen und kulturelle Sensibilität zu wahren.  

Die effektivsten KI-Anwendungen für das Lehren und Lernen im Bereich Migration 

Zu den KI-Anwendungen mit nachweislicher Wirkung in der Migrantenbildung gehören:   

Dialog-KI und Chatbots  

   - Tools wie ChatGPT fungieren als Sprachübungspartner und bieten vorurteilsfreie Sprech- und Schreibübungen  

Intelligente Tutorensysteme (ITS) 

   - Bieten Echtzeit-Feedback zu Sprachkenntnissen (z. B. zur Aussprache mittels automatischer Spracherkennung).  

Tools zur maschinellen Übersetzung (MT)

   - Unterstützen das Verständnis in mehrsprachigen Kursen (z. B. Google Translate für Sofortübersetzungen).  

Generative KI zur Erstellung von Inhalten  

   - Helfen Lehrkräften dabei, kulturell inklusive Unterrichtspläne und Übungen effizient zu gestalten.  

Wichtige Überlegungen: KI sollte die menschliche Interaktion ergänzen, nicht ersetzen. Lehrkräfte müssen die Lernenden dazu anleiten, diese Tools kritisch zu nutzen, und dabei übermäßige Abhängigkeit sowie ethische Bedenken thematisieren.  

Verbesserung der Bewertungsprozesse für Lernende mit Migrationshintergrund durch KI

KI verbessert die Bewertung durch:  

- die Automatisierung der Benotung schriftlicher Aufgaben und die Bereitstellung von sofortigem Feedback zu Grammatik und Struktur  

- adaptive Tests, bei denen der Schwierigkeitsgrad der Fragen anhand der Antworten der Lernenden angepasst wird  

- die Identifizierung von gefährdeten Lernenden durch Datenanalyse, was rechtzeitige Interventionen ermöglicht  

 

Dennoch bestehen weiterhin Herausforderungen:  

- Voreingenommenheit bei automatisierten Bewertungen kann Nicht-Muttersprachler benachteiligen  

- die Unterscheidung zwischen KI-unterstützten Arbeiten und eigenständigen Leistungen der Lernenden erfordert klare Richtlinien  

- der ethische Umgang mit Daten ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere bei sensiblen Daten von Lernenden mit Migrationshintergrund  

- Lehrkräfte müssen ein Gleichgewicht zwischen der Effizienz der KI und menschlichem Urteilsvermögen finden, um faire und aussagekräftige Bewertungen zu gewährleisten  

 

KI-Tools, die Lernende mit Migrationshintergrund stärken

Zu den wirksamsten Instrumenten zur Förderung der Lernautonomie gehören:  

- adaptive Plattformen zum Selbststudium (z. B. Duolingo zum Sprachenlernen)  

- KI-Schreibassistenten (z. B. Grammarly) zur eigenständigen Kompetenzentwicklung  

- mobile Lern-Apps, die Lernenden mit beruflichen oder familiären Verpflichtungen einen flexiblen Zugang ermöglichen  

Die Stärkung der Lernenden hängt auch von der KI-Kompetenz ab – es gilt, den Lernenden beizubringen, KI-Ergebnisse kritisch zu bewerten und die Tools verantwortungsbewusst zu nutzen.  

 

Kompetenzen für Lehrkräfte beim Einsatz von KI im digitalen Unterricht

Lehrkräfte benötigen:  

  1. Technische Kompetenz – für den effektiven Einsatz von KI-Tools  
  2. Pädagogische Integration – Abstimmung von KI auf Unterrichtsstrategien  
  3. Ethisches Bewusstsein – Umgang mit Voreingenommenheit, Datenschutz und Transparenz  
  4. Kritische Bewertung – Überprüfung der Richtigkeit von KI-generierten Inhalten  

Fortbildungsprogramme sollten diese Kompetenzen thematisieren, um sicherzustellen, dass Lehrkräfte das Potenzial von KI ausschöpfen und gleichzeitig Risiken minimieren können.  

Lehrkräfte und Ausbilder in die Einführung von KI einbinden

Zu den Strategien, um Skepsis zu überwinden und Vertrauen aufzubauen, gehören:  

- praktische Schulungen, die die konkreten Vorteile von KI aufzeigen (z. B. die Verringerung des Verwaltungsaufwands)  

- Zusammenarbeit unter Kollegen zum Austausch bewährter Verfahren und zur Bewältigung von Herausforderungen  

- ethische Leitlinien, um Bedenken hinsichtlich Überwachung oder des Verlusts von Arbeitsplätzen auszuräumen  

Ein nutzerorientierter Ansatz, bei dem Lehrkräfte in die Auswahl der KI-Tools einbezogen werden, gewährleistet Relevanz und Akzeptanz.  

Kernpunkte

Künstliche Intelligenz birgt ein transformatives Potenzial für die Bildung von Migranten, doch ihr Erfolg hängt von folgenden Faktoren ab:  

- Fortbildung für Lehrkräfte, um Selbstvertrauen und Kompetenz aufzubauen  

- ethische Rahmenbedingungen, um Voreingenommenheit zu verhindern und die Privatsphäre zu schützen  

- inklusives Design, um sicherzustellen, dass die Tools den vielfältigen Bedürfnissen der Lernenden gerecht werden